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Warum wird mein Kind im Gymnasium plötzlich schlechter – trotz Einsern und Zweiern in der Volksschule?

  • Autorenbild: Erkan Ercan
    Erkan Ercan
  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit
Schüler vertiefen sich während einer Schularbeit in schwierige Aufgaben und sind in Gedanken versunken.

„Mein Kind hatte in der Volksschule fast nur Einser und Zweier. Jetzt ist es seit wenigen Monaten im Gymnasium und plötzlich kommen Dreier, Vierer oder sogar ein Fünfer nach Hause. Was ist passiert?“

Diese Situation erleben Eltern häufiger, als man zunächst vermuten würde.

Der erste Gedanke ist dann schnell:

War das Gymnasium doch die falsche Entscheidung?

Das muss keineswegs der Fall sein.

Der Wechsel von der Volksschule in eine AHS verändert für Kinder nicht nur den Lernstoff. Lerntempo, Organisation, Anzahl der Fächer, Lehrer und die notwendige Selbstständigkeit verändern sich gleichzeitig.


Ein Kind kann fachlich durchaus für das Gymnasium geeignet sein und trotzdem zunächst Schwierigkeiten mit dieser Umstellung haben.


Warum reichen gute Volksschulnoten im Gymnasium nicht automatisch aus?

Gute Volksschulnoten zeigen, dass ein Kind die bisherigen schulischen Anforderungen gut bewältigt hat.

Sie bedeuten aber nicht automatisch, dass es bereits alle Lernstrategien entwickelt hat, die es in einer weiterführenden Schule benötigt.

Manche Kinder mussten in der Volksschule beispielsweise kaum bewusst lernen.

Sie haben im Unterricht gut aufgepasst, Hausübungen erledigt und damit hervorragende Noten erreicht.

Das funktioniert – bis die Stoffmenge größer wird.

Plötzlich reicht es nicht mehr, einen Inhalt einmal gehört zu haben. Vokabeln müssen gelernt, Mathematikaufgaben regelmäßig geübt und mehrere Prüfungen gleichzeitig geplant werden.

Das Kind muss zum ersten Mal lernen, wie man eigentlich lernt.


Was verändert sich beim Wechsel ins Gymnasium?

Der Übergang betrifft mehrere Bereiche gleichzeitig.


  • Mehr Fächer und unterschiedliche Lehrkräfte

    • In der Volksschule gibt es häufig eine zentrale Klassenlehrkraft, die einen großen Teil des Unterrichts übernimmt.

    • In der AHS begegnen Kinder mehreren Fachlehrern mit unterschiedlichen Fächern, Arbeitsweisen und Anforderungen.

    • Dadurch steigt auch der organisatorische Aufwand.


  • Das Lerntempo wird anspruchsvoller

    Neue Inhalte bauen schneller auf bereits Bekanntem auf. Wenn Grundlagen fehlen, bleibt weniger Zeit, diese neben dem aktuellen Stoff nachzuholen.


  • Mehr Eigenverantwortung

    • Hausübungen, Materialien, Tests und Schularbeiten müssen zunehmend selbst organisiert werden.

    • Ein Kind kann fachlich sehr stark sein und trotzdem Schwierigkeiten bekommen, wenn diese organisatorischen Fähigkeiten noch nicht entwickelt sind.


Warum kann gerade Mathematik plötzlich zum Problem werden?

Mathematik baut besonders stark auf bereits erlernten Grundlagen auf.

Wenn Grundrechnungsarten oder bestimmte Rechenstrategien in der Volksschule zwar für gute Noten gereicht haben, aber noch nicht wirklich sicher beherrscht werden, können diese Unsicherheiten später sichtbar werden.

Dazu kommen neue mathematische Denkweisen und zunehmend abstraktere Inhalte.

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind „schlecht in Mathematik“ ist.

Oft müssen zunächst einige Grundlagen gefestigt und neue Lösungsstrategien erarbeitet werden.



Warum wird selbstständiges Lernen plötzlich so wichtig?

Einer der größten Unterschiede besteht häufig gar nicht im einzelnen Fach, sondern darin, wie viel Verantwortung ein Kind selbst übernehmen muss.


  • Wann ist die nächste Schularbeit?

  • Welche Kapitel kommen?

  • Welche Vokabeln müssen gelernt werden?

  • Welche Aufgaben habe ich noch nicht verstanden?

  • Was muss ich heute tun, damit ich nicht zwei Tage vor der Prüfung alles gleichzeitig lernen muss?


Diese Fragen mussten manche sehr guten Volksschüler vorher kaum selbst beantworten.

Deshalb können gerade intelligente Kinder zunächst überrascht sein, wenn ihre bisherige Strategie nicht mehr funktioniert.


Ist die erste schlechte Note ein Grund zur Sorge?

Nicht unbedingt.

Einzelne schlechtere Noten nach einem Schulwechsel können Teil der Anpassung sein.

Wichtiger ist die Entwicklung über einen längeren Zeitraum:


  • Versteht das Kind grundsätzlich den Stoff?

  • Lernt es aus Fehlern?

  • Findet es zunehmend eine Routine?

  • Verbessern sich Organisation und Selbstständigkeit?


Wenn sich Probleme hingegen über mehrere Wochen oder Monate verstärken, sollte man genauer hinsehen. Dann lohnt sich auch ein Gespräch mit den jeweiligen Lehrkräften.


Eine negative Schularbeit liefert beispielsweise wesentlich mehr Information, wenn man weiß, warum Punkte verloren wurden: fehlendes Fachwissen, Zeitprobleme, ungenaues Lesen oder mangelnde Vorbereitung verlangen jeweils unterschiedliche Lösungen.


Warum sollte man nicht sofort den Druck erhöhen?

Wenn ein bisher sehr erfolgreicher Schüler plötzlich schlechtere Noten schreibt, ist die Versuchung groß, sofort mehr Lernzeit einzufordern.

„Du musst einfach mehr lernen.“

Das ist aber nur dann hilfreich, wenn klar ist, was das eigentliche Problem ist.

Ein Kind, das eine ungeeignete Lernstrategie verwendet, wird nicht automatisch erfolgreicher, wenn es dieselbe Strategie doppelt so lange anwendet.

Zuerst sollte deshalb geklärt werden:


  • Liegt eine fachliche Lücke vor?

  • Fehlt eine Lernroutine?

  • Beginnt das Kind zu spät?

  • Ist es organisatorisch überfordert?

  • Oder hat es noch Schwierigkeiten, sich an die neue Prüfungssituation anzupassen?


Erst danach lässt sich gezielt reagieren.


Wie kann ich mein Kind auf den Wechsel ins Gymnasium vorbereiten?

Idealerweise beginnt die Vorbereitung nicht erst am ersten Schultag der AHS.

Dazu gehören insbesondere:


  • Aufgaben zunehmend selbstständig bearbeiten,

  • Arbeitsaufträge genau lesen,

  • einen eigenen Arbeitsplatz organisieren,

  • Fehler selbst kontrollieren,

  • regelmäßiges statt ausschließlich kurzfristiges Lernen,

  • grundlegende Mathematik- und Deutschkenntnisse festigen,

  • Verantwortung für Materialien und Hausübungen übernehmen.


Dabei geht es nicht darum, bereits vorab den Stoff des Gymnasiums durchzulernen.

Das wichtigste Ziel ist, dass das Kind lernfähiger und selbstständiger in den neuen Schulabschnitt startet.


Warum ist die Vorbereitung eigentlich schon vor der 4. Klasse wichtig?

Eine Lernroutine entsteht nicht innerhalb weniger Wochen.

Das gilt auch für Lesekompetenz, Zahlenverständnis, Konzentration und Selbstständigkeit.

Wenn Eltern bereits früh wissen, dass sie einen späteren Wechsel in eine AHS anstreben, sollte deshalb nicht erst in der 4. Klasse plötzlich hoher Druck entstehen.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Kindergartenkinder für das Gymnasium trainieren sollen.

Es bedeutet vielmehr, altersgerecht Fähigkeiten aufzubauen, die Kinder während ihrer gesamten Schullaufbahn benötigen.

Warum zusätzliche Förderung deshalb bereits in der Volksschule sinnvoll sein kann, behandeln wir hier ausführlicher:



Was können Eltern tun, wenn der Wechsel bereits schwierig geworden ist?

Zunächst sollte gemeinsam mit dem Kind und möglichst auch mit der Schule geklärt werden, wo die Schwierigkeiten tatsächlich liegen. Danach kann gezielt gehandelt werden.


Bestehen fachliche Lücken, sollten diese systematisch aufgearbeitet werden. Fehlt eine Lernroutine, muss das Kind lernen, Aufgaben und Prüfungen besser zu planen. Bei organisatorischen Schwierigkeiten helfen klare Strukturen.

Zusätzliche Nachhilfe kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Eltern feststellen, dass sie diese fachliche oder organisatorische Unterstützung dauerhaft nicht alleine leisten können.


Bei regelmäßiger Unterstützung in Mathematik, Deutsch oder Englisch kann auch eine kleine Lerngruppe sinnvoll sein.


Bedeutet ein schwieriger Start, dass das Gymnasium die falsche Schule ist?

Nicht automatisch.

Ein Schulwechsel ist eine große Veränderung und Kinder benötigen unterschiedlich lange, um sich daran anzupassen.

Umgekehrt sollte man Probleme aber auch nicht monatelang ignorieren, nur weil das Kind in der Volksschule sehr gute Noten hatte.

Entscheidend ist die weitere Entwicklung.

Wenn das Kind trotz Unterstützung dauerhaft überfordert ist, sollte gemeinsam mit Schule und Familie offen über die Ursachen und mögliche Lösungen gesprochen werden.


Das Ziel sollte nicht lauten:

„Mein Kind muss unbedingt im Gymnasium bleiben.“

Sondern:

„Welche Lernumgebung ermöglicht meinem Kind eine gute schulische und persönliche Entwicklung?“

Auch ein Wechsel in eine andere Schulform verbaut nicht automatisch den späteren Bildungsweg. Das österreichische Schulsystem sieht unter entsprechenden Leistungsvoraussetzungen auch spätere Übergänge zwischen Mittelschule und höheren Schulen vor.


Wie kann Notenstar beim Übergang ins Gymnasium unterstützen?

Bei Notenstar unterstützen wir Kinder nicht nur dabei, einzelne Aufgaben richtig zu lösen.

Gerade beim Übergang von der Volksschule in eine weiterführende Schule geht es auch darum, Lernlücken zu erkennen, Lernroutine aufzubauen und zunehmend selbstständig zu arbeiten.

Je nach Bedarf kann die Unterstützung regelmäßig oder gezielt vor Prüfungen erfolgen. Weitere Informationen findest du unter:


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