Warum ist die 4. Klasse Volksschule so wichtig?
- Erkan Ercan

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Für Kinder und Eltern ist die 4. Klasse Volksschule ein besonderes Schuljahr. Einerseits werden die fachlichen Anforderungen größer, andererseits steht eine wichtige Entscheidung bevor: Welche Schule soll das Kind nach der Volksschule besuchen?
Gerade für Familien, die einen Wechsel in eine AHS bzw. ein Gymnasium anstreben, gewinnen die schulischen Leistungen zusätzlich an Bedeutung.
Hinzu kommen regelmäßige Schularbeiten in Deutsch und Mathematik. Für manche Kinder ist die 4. Klasse deshalb das erste Schuljahr, in dem sie einen deutlich stärkeren Leistungs- und Prüfungsdruck wahrnehmen.
Was verändert sich in der 4. Klasse Volksschule?
Auf der 4. Schulstufe sind in Österreich in Deutsch und Mathematik jeweils vier bis sechs Schularbeiten im Schuljahr vorgesehen. Mindestens zwei davon müssen jeweils im zweiten Semester stattfinden.
Damit müssen Kinder zunehmend lernen,
Stoff über einen gewissen Zeitraum vorzubereiten,
unterschiedliche Aufgabenstellungen selbstständig zu bearbeiten,
mit einer begrenzten Bearbeitungszeit umzugehen,
Fehler zu kontrollieren und
auch mit Nervosität in Prüfungssituationen zurechtzukommen.
Für Erwachsene erscheinen diese Anforderungen selbstverständlich. Für ein neun- oder zehnjähriges Kind können sie jedoch völlig neu sein.
Welche Noten braucht mein Kind für das Gymnasium?
Für die Aufnahme in die erste Klasse einer AHS ohne Aufnahmeprüfung muss die 4. Klasse Volksschule erfolgreich abgeschlossen sein.
Nach den aktuellen Informationen des Bildungsministeriums darf die Beurteilung in Deutsch, Lesen und Mathematik grundsätzlich nicht schlechter als „Gut“ sein.
Bei einem „Befriedigend“ kann die Schulkonferenz der Volksschule dennoch feststellen, dass das Kind aufgrund seiner sonstigen Leistungen voraussichtlich den Anforderungen einer AHS gewachsen ist. Erfolgt diese Feststellung nicht, besteht grundsätzlich noch die Möglichkeit einer Aufnahmeprüfung.
Damit haben die Leistungen in der 4. Klasse eine tatsächliche Bedeutung für den weiteren Bildungsweg.
Wichtig: Gute Noten allein sollten trotzdem nicht das einzige Kriterium für die Schulwahl sein. Die Frage sollte immer auch sein, welche Schulform zu Lernverhalten, Interessen, Selbstständigkeit und Persönlichkeit des Kindes passt.
Wann sollten Eltern über die weiterführende Schule sprechen?
Nicht erst kurz vor dem Jahreszeugnis.
Bereits im ersten Semester der 4. Schulstufe müssen Eltern von der Volksschule über den aufgrund von Interessen und Leistungen empfehlenswerten weiteren Bildungsweg informiert und beraten werden.
Genau deshalb ist es sinnvoll, das eigene Ziel frühzeitig mit der Klassenlehrkraft zu besprechen.
Wenn Eltern beispielsweise ausdrücklich einen späteren Besuch eines Gymnasiums anstreben, sollte die Schule davon wissen.
Lehrkräfte sehen das Kind regelmäßig im Unterricht und können wesentlich früher einschätzen, ob es fachliche Schwierigkeiten gibt oder ob bestimmte Bereiche noch gefestigt werden sollten.
Warum geraten manche Familien in der 4. Klasse plötzlich unter Druck?
Aus unserer Arbeit mit Familien kennen wir eine Situation besonders gut:
Die ersten drei Volksschuljahre laufen weitgehend entspannt. Dann beginnt die 4. Klasse und plötzlich wird klar, dass die Noten für den gewünschten Schulweg relevant sind.
Innerhalb weniger Monate sollen aus Unsicherheiten gute Leistungen werden.
Das Kind soll plötzlich mehr lernen, bessere Schularbeiten schreiben und gleichzeitig selbstständiger werden.
Das kann schnell zu hohem Druck führen.
Das eigentliche Problem ist dabei häufig nicht mangelnder Wille. Viele Fähigkeiten, die jetzt benötigt werden, entwickeln sich über Jahre.
Lesekompetenz, Zahlenverständnis, Rechtschreibung, Konzentration oder eine funktionierende Lernroutine lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen beliebig steigern.
Warum ist frühe Förderung besser als kurzfristiger Leistungsdruck?
Wenn bereits in der 2. oder 3. Klasse auffällt, dass beispielsweise das Einmaleins noch sehr unsicher ist oder ein Kind Schwierigkeiten beim Lesen längerer Texte hat, besteht noch viel Zeit.
Man kann Inhalte wiederholen, unterschiedliche Erklärungswege ausprobieren und das Kind schrittweise sicherer machen.
Wer hingegen erst wenige Wochen vor einer entscheidenden Schularbeit versucht, größere Defizite aufzuarbeiten, muss wesentlich mehr Stoff in wesentlich kürzerer Zeit bewältigen.
Früh fördern bedeutet deshalb gerade nicht, Kinder möglichst früh unter Leistungsdruck zu setzen. Es bedeutet, ihnen mehr Zeit für Entwicklung zu geben.
Wie können Eltern ihr Kind auf Schularbeiten vorbereiten?
Eine gute Vorbereitung sollte nicht erst zwei Tage vor einer Schularbeit beginnen.
Sinnvoller ist es, bereits während des Schuljahres darauf zu achten, ob die zugrunde liegenden Inhalte verstanden werden.
In Mathematik können beispielsweise Grundrechnungsarten und Sachaufgaben regelmäßig wiederholt werden.
In Deutsch spielen neben Rechtschreibung auch Lesen, Textverständnis und das Verfassen eigener Texte eine wichtige Rolle.
Kurz vor einer Schularbeit sollte dann möglichst nicht mehr alles neu gelernt werden müssen. Stattdessen kann das bereits Erarbeitete wiederholt und anhand typischer Aufgaben geübt werden.
Kann der Sommer vor der 4. Klasse sinnvoll genutzt werden?
Ja – insbesondere dann, wenn bereits am Ende der 3. Klasse Unsicherheiten bekannt sind.
Dabei geht es nicht darum, die Sommerferien in ein zusätzliches Schulsemester zu verwandeln.
Einige gezielte Einheiten können aber helfen, beispielsweise Grundrechnungsarten, Lesen oder Rechtschreibung zu wiederholen und sicherer in das neue Schuljahr zu starten.
Der große Vorteil ist, dass diese Wiederholung ohne den unmittelbaren Druck einer bevorstehenden Schularbeit stattfinden kann.
Soll mein Kind ins Gymnasium oder in die Mittelschule?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Eine AHS vermittelt eine vertiefte Allgemeinbildung und kann später bis zur Matura führen. Aber auch von einer Mittelschule stehen zahlreiche weitere Bildungswege offen; unter bestimmten Leistungsvoraussetzungen ist auch ein späterer Übertritt in eine AHS oder eine andere höhere Schule möglich.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht nur davon abhängen, ob ein Kind gerade die formalen Mindestnoten erreicht. Eltern sollten auch berücksichtigen:
Wie selbstständig arbeitet mein Kind?
Wie geht es mit Leistungsdruck um?
Lernt es neue Inhalte schnell oder benötigt es mehr Wiederholung?
Wie wohl fühlt es sich mit einem höheren Lerntempo?
Eine realistische Einschätzung ist langfristig hilfreicher als der Gedanke, dass nur eine bestimmte Schulform zum Erfolg führen kann.
Was passiert, wenn mein Kind im Gymnasium plötzlich schlechtere Noten bekommt?
Auch Kinder mit sehr guten Volksschulnoten können nach dem Wechsel zunächst Schwierigkeiten bekommen.
Neue Lehrer, mehr Fächer, ein anderes Lerntempo und deutlich mehr Eigenverantwortung verändern den Schulalltag.
Ein erster Dreier, Vierer oder sogar Fünfer bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass die Schulwahl falsch war.
Warum dieser Leistungseinbruch entstehen kann und worauf Eltern dann achten sollten, erklären wir ausführlich hier:
Wie kann Notenstar Kinder in der 4. Klasse unterstützen?
Bei Notenstar unterstützen wir Volksschüler insbesondere dabei, bestehende Unsicherheiten in Mathematik und Deutsch aufzuarbeiten und sich schrittweise auf die höheren Anforderungen der 4. Klasse vorzubereiten.
Dabei geht es nicht darum, kurzfristig möglichst viel Stoff in ein Kind hineinzupressen.
Wir möchten zunächst feststellen, wo die tatsächlichen Schwierigkeiten liegen, Grundlagen festigen und anschließend gezielt an aktuellen schulischen Anforderungen arbeiten.
Gerade bei Volksschülern achten wir auf eine altersgerechte Betreuung und setzen nach Möglichkeit Lehrkräfte bzw. Studierende mit Schwerpunkt Primarstufe ein.
Weitere Informationen findest du unter:

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