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Warum brauchen immer mehr Volksschulkinder Nachhilfe?

  • Autorenbild: Erkan Ercan
    Erkan Ercan
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit
Fröhliche Volkschüler posieren gemeinsam vor der Tafel.

Nachhilfe wird häufig mit Schularbeiten, schlechten Noten oder der Vorbereitung auf die

Matura verbunden. Tatsächlich beginnt zusätzliche Lernunterstützung in Österreich inzwischen aber deutlich früher.

Der aktuelle Nachhilfebarometer 2026 der Arbeiterkammer zeigt, dass bereits 23 Prozent der Volksschulkinder Nachhilfe erhalten bzw. benötigen. Der längerfristige Vergleich ist besonders auffällig: 2010 lag der Anteil noch bei 12 Prozent, 2025 bereits bei 22 Prozent. Innerhalb von 15 Jahren hat sich der Anteil damit beinahe verdoppelt.

Warum benötigen bereits Kinder in der Volksschule zusätzliche Unterstützung – und wann kann es sinnvoll sein, frühzeitig zu fördern?


Warum beginnt Nachhilfe heute schon in der Volksschule?

Es gibt nicht den einen Grund, warum ein Kind Nachhilfe benötigt. Manche Kinder verstehen bestimmte Lerninhalte nicht sofort, andere brauchen mehr Wiederholung, als im Unterricht möglich ist. Wieder andere kommen fachlich grundsätzlich gut zurecht, benötigen aber Unterstützung dabei, selbstständig zu arbeiten oder eine Lernroutine aufzubauen.

Auch die Ziele der Familien unterscheiden sich. Während es bei einem Kind darum geht, bestehende Schwierigkeiten aufzuarbeiten, möchten andere Eltern verhindern, dass kleine Unsicherheiten später zu größeren Lernlücken werden.

Nachhilfe in der Volksschule sollte deshalb nicht automatisch bedeuten:

„Mein Kind ist schlecht in der Schule.“

Sie kann genauso bedeuten:

„Mein Kind braucht bei bestimmten Grundlagen etwas mehr Zeit und Unterstützung.“

Gerade in den ersten Schuljahren ist dieser Unterschied wichtig.


Welche Grundlagen sind in der Volksschule besonders wichtig?

Lesen, Schreiben und Rechnen sind nicht einfach einzelne Lernbereiche. Sie bilden die Grundlage für einen großen Teil des späteren Schulstoffs.

  • Lesen und Textverständnis

    Ein Kind muss einen Text nicht nur vorlesen können. Mit zunehmender Schulstufe wird es immer wichtiger, Inhalte selbstständig zu erfassen und Aufgabenstellungen richtig zu verstehen.

    Probleme mit dem Lesen wirken sich deshalb irgendwann auch auf andere Fächer aus: Eine mathematische Sachaufgabe kann beispielsweise nur richtig gelöst werden, wenn das Kind zunächst versteht, was überhaupt gefragt ist.


  • Schreiben und Rechtschreibung

    Rechtschreibung, Satzbildung und das Verfassen eigener Texte entwickeln sich über mehrere Jahre. Manche Kinder benötigen dabei mehr Wiederholung und Erklärung als andere.

    Wichtig ist, Schwierigkeiten möglichst konkret zu erkennen: Liegt das Problem bei der Rechtschreibung, beim Wortschatz, bei der Satzbildung oder bereits beim Verständnis einer Aufgabenstellung?

  • Mathematik und Grundrechnungsarten

    Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division bilden die Basis für viele spätere Mathematikthemen. Wenn ein Kind bei grundlegenden Rechenwegen sehr unsicher ist, wird neuer Stoff zunehmend schwieriger.

    Auch Zahlenverständnis, Sachaufgaben, Größen und Maßeinheiten spielen bereits in der Volksschule eine wichtige Rolle.


Wann kann Nachhilfe in der Volksschule sinnvoll sein?

Nicht jede Unsicherheit erfordert sofort professionelle Nachhilfe. Kinder entwickeln sich unterschiedlich und kurze schwierigere Phasen gehören zum Lernen dazu.

Aufmerksam sollte man aber werden, wenn beispielsweise Grundlagen über einen längeren Zeitraum unsicher bleiben, Hausübungen regelmäßig nur mit intensiver Unterstützung möglich sind oder das Kind immer stärker den Anschluss verliert.

Auch ein wachsender Frust kann ein Signal sein. Wenn aus einzelnen Schwierigkeiten zunehmend Aussagen wie „Ich kann Mathe einfach nicht“ oder „Ich bin schlecht in Deutsch“ werden, sollte man genauer hinsehen.

Oft ist es leichter, eine kleine Lernlücke früh aufzuarbeiten, als mehrere Jahre später zahlreiche aufeinander aufbauende Inhalte nachzuholen.


Warum sollte Förderung nicht erst beginnen, wenn die Note schlecht ist?

Aus unserer Erfahrung entsteht gerade in der Volksschule manchmal ein Missverständnis: Solange die Noten passen, scheint alles in Ordnung zu sein.

Noten zeigen aber nicht immer, wie sicher ein Kind die zugrunde liegenden Fähigkeiten bereits beherrscht.

Ein Kind kann beispielsweise Aufgaben mit viel Unterstützung zu Hause gut bewältigen. Entscheidend ist langfristig jedoch, ob es diese zunehmend selbstständig lösen kann.

Frühzeitige Förderung bedeutet deshalb nicht, ein Kind möglichst früh unter Leistungsdruck zu setzen. Im Gegenteil: Wenn ausreichend Zeit vorhanden ist, können Inhalte wesentlich entspannter und in kleinen Schritten aufgebaut werden.

Das gilt besonders dann, wenn Eltern bereits wissen, dass später beispielsweise der Besuch eines Gymnasiums angestrebt wird.


Welche Rolle spielen Eltern beim Lernen?

Eltern leisten bereits heute einen erheblichen Teil der Lernunterstützung. Laut AK Nachhilfebarometer 2026 unterstützen 68 Prozent der Eltern ihre Kinder mehrmals pro Woche beim Lernen.

Das ist einerseits wertvoll, kann andererseits aber auch belastend werden.

Eltern müssen nicht automatisch die Rolle einer zusätzlichen Lehrkraft übernehmen. Gerade wenn dieselben Übungen immer wieder zu Konflikten führen oder Eltern nicht wissen, wie ein Thema in der Schule erklärt wurde, kann externe Unterstützung die Situation auch innerhalb der Familie entspannen.


Warum ist die 4. Klasse Volksschule eine besondere Phase?

In Deutsch und Mathematik sind auf der 4. Schulstufe jeweils vier bis sechs Schularbeiten pro Schuljahr vorgesehen. Gleichzeitig steht die Entscheidung über die weiterführende Schule bevor.

Für viele Kinder entsteht dadurch erstmals deutlich mehr Leistungsdruck.

Problematisch wird es insbesondere dann, wenn größere Lernlücken erst jetzt erkannt werden und innerhalb weniger Monate plötzlich deutlich bessere Leistungen erreicht werden sollen.

Lernentwicklung funktioniert jedoch selten von heute auf morgen.


Was können Eltern schon vor der 4. Klasse tun?

Das Ziel sollte nicht sein, ein Kind bereits im Kindergarten auf Schularbeiten oder das Gymnasium vorzubereiten.

Viel wichtiger sind altersgerechte Grundlagen: Freude am Lesen, Zahlenverständnis, Konzentration, Selbstständigkeit und eine gesunde Lernroutine.

Auch der eigentliche Schulstart ist dabei ein wichtiger Entwicklungsschritt.

Je früher Schwierigkeiten erkannt werden, desto mehr Zeit bleibt, sie ohne unnötigen Druck aufzuarbeiten.


Was passiert nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule?

Auch gute Leistungen in der Volksschule garantieren nicht, dass der Übergang ins Gymnasium völlig problemlos verläuft.

Manche Kinder hatten vier Jahre lang Einser und Zweier – und schreiben wenige Monate nach dem Schulwechsel plötzlich ihre erste negative Note.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das Gymnasium die falsche Entscheidung war. Häufig verändern sich Lerntempo, Organisation und Anforderungen gleichzeitig.



Wie unterstützt Notenstar Volksschüler?

Bei Notenstar unterstützen wir Volksschüler insbesondere in Mathematik und Deutsch. Dabei geht es je nach Lernstand um das Festigen grundlegender Fähigkeiten, das Aufarbeiten bestehender Schwierigkeiten oder die Vorbereitung auf neue Anforderungen.

Für jüngere Kinder achten wir besonders darauf, dass Inhalte verständlich, geduldig und altersgerecht vermittelt werden. Für die Volksschule setzen wir nach Möglichkeit Lehrkräfte bzw. Studierende mit Schwerpunkt Primarstufe ein.


Welche Form der Unterstützung sinnvoll ist, hängt vom Kind, seinem Lernstand und dem konkreten Ziel ab. Weitere Informationen findest du unter:


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